Bärenstarke Konkurrenz

Ein gutes Ergebnis am Pokalturnier in Freiburg

 

Beim Freiburger Pokalturnier der U12 und U15 am 15. April konnten unsere Judoka sich so richtig in ihre Kämpfe hineinbeißen, denn die Konkurrenz war in allen Kategorien groß. Das Turnier wird immer beliebter, in diesem Jahr gab es sogar einen Aufnahmestopp, als die Zahl der gemeldeten Kämpfer die Marke von 200 deutlich überschritten hatte. Bei den Mädchen der U12 war auch hier Ronja Bruskowski wieder einzige Starterin unseres Clubs. Weil sie das Limit von 52 Kilo ganz knapp nicht mehr schaffte, musste sie in der offenen Klasse antreten. Dass dies nach der ersten Enttäuschung kein psychologisches Handicap für Ronja war, zeigte der erste Kampf gegen Lena Lazarevic aus Marbach, der sie bei den Badischen unterlegen war. Diesmal war die Niederlage noch knapper als bei den Landesmeisterschaften, denn die Entscheidung fiel erst im Kampfrichterentscheid. Zwei Referees sprachen ihrer Gegnerin den Sieg zu, einer hatte Ronja als die Aktivere gesehen. Das gab Auftrieb für den nächsten Kampf, der schließlich kampflos an Ronja ging, weil ihre Gegnerin nicht antrat. Im letzten Kampf gegen Eljiesa Bajra aus Haltingen, die Badische Meisterin im Schwergewicht, war  dann nichts mehr zu holen. Am Ende war die Freude trotzdem riesig, denn dank der besseren Unterbewertung schaffte es Ronja auf Rang zwei und holte damit Silber! Auch Wettkampfneuling Julian Dick machte in der Klasse bis 31 Kilo eine glänzende Figur: Permanent arbeitend, den Gegner beschäftigend, kam er ein ums andere Mal zu Wertungen, wobei er vor allem auf den O-goshi setzte. Zwar konnte auch sein erster Gegner Niko Iven eine Wertung landen, doch als es am Ende zum Kampfrichterentscheid kam, honorierten die Referees auf der Matte die Dominanz, die Julian den gesamten Kampf über gezeigt hatte und sprachen ihm den Sieg zu. Nicht ganz einverstanden war Trainer Herbert Frey dann mit den Kampfrichterentscheidungen im zweiten Kampf gegen Johannes Augenstein aus Karlsruhe. Denn Julian steigerte sich nochmals, war drauf und dran, den Rückstand mit Waza-ari aufzuholen und holte seinen Kontrahenten sogar mit einem schönen O-chi-gari von den Beinen - obwohl dieser Wurf noch kein Trainingsinhalt war! Die Wertung allerdings blieb ihm versagt, so dass er diese Begegnung ebenso knapp verlor wie das nächste Gefecht gegen Simon Freuschle aus Villingen. Hier war es für Julian ungewohnt, dass sein Gegner plötzlich links herum eindrehte, so dass er einmal fiel und einen Waza-ari gegen sich erhielt. Rang sieben war aber ein super Ergebnis. Luca Becker zeigte in der Klasse bis 31 Kilo, dass er flexibel in beiden Auslagen kämpfen kann. Er hielt sich an die Marschroute und kämpfte nicht abwartend, sondern selbstbewusst und offensiv. Mit Fortdauer des Kampfes wurde er allerdings etwas zu sorglos und drehte ein, ohne einen sicheren Griff zu haben – das nutze sein Gegner Bilal Kapke aus Neustadt aus und drückte ihn einfach zu Boden. Sofort lag Luca im Haltegriff, aus dem er sich leider nicht mehr befreien konnte. In der Trostrunde hatte er es mit Carlos Gentner aus Offenburg zu tun, der es verstand, Lucas nicht immer sicheren Stand auszunutzen. Ein Sasae-tsuri-komi-ashi brachte Gentner schließlich den Ippon. Damit war Luca zwar ausgeschieden und auf Rang neun, aber technisch konnte er auf jeen Fall mithalten. David Awender legte in der Kategorie bis 34 Kilo einen super Start hin: Er nutzte die Rückenlage  seines Gegners Sandor Hecht (Marbach) clever aus und warf ihn mit Osoto-otoshi rasant auf den Rücken – ein klarer Ippon!  Leider ging es nicht in diesem Stl weiter, denn im nächsten Kampf gegen David Fischer aus Offenburg, der wie aufgedreht zur Sache ging, fiel David so unglücklich auf den Kopf, dass er aufgeben musste und wegen Schwindelgefühlen auch nicht weiterkämpfen konnte. An diesem Tag wäre für ihn ansonsten einiges drin gewesen. In der U15 hatten wir mit Lucas Weiß und Linus Hollnagel dann zwei Kämpfer in der Klasse bis 46 Kilo im Einsatz, die, man kann es nicht anders sagen, „brutal stark“ besetzt war. Umso höher ist die Leistung von Gelbgurt Lucas Weiß einzuschätzen, der als einer der Jüngsten beherzt zur Sache ging, für den die mangelnde Kampferfahrung aber ein zu großes Handicap war. Dreimal trat er an, dreimal verkaufte er sich teuer, dreimal aber hatte er letztendlich das Nachsehen – dennoch konnte Lucas erhobenen Hauptes von der Matte gehen. Linus, der auch von den gegnerischen Trainern als heißes Eisen im Feuer gehandelt wurde, hatte es mit Simeon Malsch (BC Karlsruhe) einen Orangegurt als ersten Gegner, der bislang noch bei keinem Turnier in Erscheinung getreten war.  Umso überraschender war, wie stark der Karlsruher auftrat. Physisch extrem kompakt, hielt er den Angriffen von Linus stand, der gleichwohl mehrfach die Gelegenheit hatte, beim Übergang vom Stand in den Boden einen Haltegriff anzusetzen. Mehrfach gelang es Malsch aber, sich in letzter Sekunde herauszuwinden. Kurz vor Ende brachte Linus seinen Gegner mit O-uchi-gari in Bedrängnis. In seiner Not setzte der Karlsruher im Rückwärtsfallen instinktiv Tonoe-nage an – und hatte mit diesem Überraschungscoup Erfolg. Mit einem Waza-ari gegen sich verlor Linus schließlich diesen technisch und taktisch hochklassigen Fight. Jetzt musste ein Sieg gegen den starken Silas Kühner (BC Karlsruhe) her, um wenigstens Gruppenzweiter zu werden, doch der Karlsruher schaffte es, den Uchi-mata-Angriffen standzuhalten. Bei einem dieser Angriffe stieg Linus aus dem Uchi-mata kurz aus, um ihn erneut anzusetzen. Dem zweiten Ansatz wich Kühner aber aus, so dass Linus, der voll durchzog, praktisch einen freien Fall am Gegner vollführte. Die Aktion wurde als Handwurf für Kühner gewertet, womit Linus diesen Kampf mit Ippon verloren hatte und nicht in die Finalgrunde kam. Trotz Rang fünf – man konnte Linus, der gewohnt offensiv und damit auch mit einem gewissen Risiko kämpfte, keinen Vorwurf machen. Die Leistungsdichte in dieser Klasse ist so groß, dass Sieg und Niederlage sehr nahe beieinander liegen.

Freiburger Pokalturnier am 15. April:

U12

2. Platz: Ronja Bruskowski (+52)

7. Plätze: Julian Dick (-31), Luca Becker (-31), David Awender (bis 34)                 

                 

U15

2. Platz: Linus Hollnagel (-45)

7. Platz: Lucas Weiß