David siegt in Bad Säckingen

Tolle Ergebnisse bei starker Besetzung

 

Erstaunlich gut besetzt war das Oli-Erinnerungsturnier am Samstag, 9. Juni, mit dem der JCK Bad Säckingen das Gedenken an seinen verstorbenen Judoka Oliver Dörflinger wach hält. Nahezu alle Hochrheinclubs waren mit einer beachtlichen Zahl an jungen Judoka vertreten, die zeigte, dass die Nachwuchsarbeit im Kreis wieder an Fahrt aufgenommen hat. In der U10 und U12 wurden gewichtsnahe Gruppen gebildet, innerhalb derer im Modus Jeder-gegen-Jeden gekämpft wurde. Wohl die leichteste Kämpferin des gesamten Turniers war unsere Hanna Goebel mit 19 Kilo (im Judoanzug gewogen!), was sie nicht davon abhielt, beherzt zur Sache zu gehen. Im ersten Kampf war sie die klar aktivere Kämpferin, ihren O-goshi-Ansätzen fehlte es aber etwas an Dynamik. Nach unermüdlichen Ansätzen, die ihre Gegnerin zwar in Gefahr, aber letztlich nicht zu Boden brachten, stieg Hanna einmal auf O-soto-gari um, den sie aber in Rückenlage ansetzte, so dass ihre Gegnerin nur noch dagegen ziehen musste. An den Wurf, für den es Waza-ari gab, schloss die Gegnerin einen Haltegriff an, den sie bis zum Ippon hielt. Danach – es wurde im Aufaddiersystem bis 20 Punkte gekämpft – fehlte Hannah die Zeit, um noch aufholen zu können. Auch im zweiten Kampf wäre, mit etwas mehr Kraft, ein Sieg möglich gewesen. Aber Hanna schaffte es nicht, ihre Gegnerin am Boden auf den Rücken zu drehen. Auch dieser zweite Kampf ging  für Hanna schließlich verloren, nachdem sie ihrerseits in einen Haltegriff geraten war. Kampfgeist, Mut und Einsatz stimmten aber. Rang drei in dieser Dreiergruppe war der Lohn. Motiviert ging Leandro Caruso in seiner Gruppe ans Werk: In beiden Kämpfen legte er stark los und versuchte, mit Eindrehern zum Erfolg zu kommen. Wiederholt brachte er seine Gegner in Bedrängnis, beim Übergang vom Stand in den Boden fehlte aber etwas die Erfahrung, um die sich bietenden Chancen zu nutzen. Die etwas erfahreneren Gegner, die auch links herum angriffen, was Leandro etwas aus dem Konzept brachte, behielten letztendlich die Oberhand. Sie konnten kleine Fehler von Leandro, der beim Ziehen manchmal etwas in Rückenlage geriet, ausnutzen und ihn werfen. So blieb der Lohn für die Anstrengungen und den gezeigten Einsatz leider aus. Aber die Siegerehrung am Ende zeigte, dass die Ergebnisse zweitrangige waren: Leandro landete zwar auf dem dritten Platz, bekam aber, wie alle Judoka der U10, dennoch eine Goldmedaille überreicht. Unverständlich war dann bei den „schweren Jung“ die Gruppeneinteilung. So wurde Vincenzo Caruso lediglich ein Gegner aus Haltingen zugewiesen, gegen den er gleich dreimal antreten musste. Während er im ersten Kampf relativ schnell auf dem Rücken lag, weil er ohne sicheren Stand O-soto-gari angegriffen hatte, machte er es seinem Gegner in Kampf zwei richtig schwer. Doch der Haltinger, erkennbar wettkampferfahren und auch technisch variabel, blieb ruhig und wartete auf seine Chancen, die  kamen und die er auch nutzte. Wer dann dachte, dass Vincenzo nach zwei Niederlagen etwas frustriert sein könnte, der sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Nun wollte er es noch besser machen und seinem Gegner die Grenzen aufzeigen. Die nochmalige Steigerung war auch erkennbar – aber erneut reichte es leider nicht zum Sieg. In der Gewissheit, alles getan zu haben, nahm er die Medaille für Rang zwei entgegen. In der U12 hatte es Julian Dick mit zwei starken Gegnern zu tun: Dem ersten aus Tiengen zeigte er zu Beginn klar auf, wer auf der Matte das Sagen hat. Fast lehrbuchmäßig bewegte er seinen Gegner über die Matte, arbeitete sich in den O-goshi-Griff vor und brachte seinen Gegner damit auch in Verlegenheit. Der Tiengener erwies sich aber als physisch stark und konnte sich immer wieder aus den drohenden Haltegriffen herauswinden. Es entwickelte sich ein verbissenes Duell, bei dem Julian am Ende knapp den Kürzeren zog. Noch stärker war sein Auftritt gegen Scott Tootle, den Badischen Meister aus Haltingen, der ganz schön nervös wurde, als er nicht gleich wie gewohnt mit seinen rasanten Eindrehern zum Erfolg kam, weil Julian toll dagegen hielt. Er zwang Tootle im Bodenkampf auch in die Verteidigungslage, aber ein Haltegriff gelang ihm nicht. Der Haltinger schaltete dann auf Fußtechniken um und versuchte alles, um gegen Julian etwas Zählbares zustande zu bringen. Am Ende setzte sich die größere Wettkampferfahrung durch. Julian konnte aber zurecht stolz auf seine Leistung sein. Aber auch für ihn gilt: Am konsequenten, „gnadenlosen“ Durchziehen der Ansätze muss noch gearbeitet werden. Einen souveränen Auftritt legte David Awender hin, der es unverständlicherweise nur mit einem Gegner zu tun hatte, denn in seiner Gewichtsregion hatte es sehr viele Judoka. Auch er musste zweimal gegen seinen Gegner Liam Büche aus Wutöschingen antreten – und hatte ihn zweimal gut im Griff. Richtig clever stellte er sich seinen Gegner so zu Recht, wie er ihn für seine Lieblingstechnik O-soto-gari brauchte. Zweimal kam David mit seinem Spezialwurf auch durch. Danach stellte sich sein Gegner aber jedes Mal besser auf die Technik ein und verhinderte weitere Wertungen. Sein Gegner beschränkte sich darauf, nicht geworfen zu werten, wurde auch mehrfach wegen Passivität ermahnt (Strafen wurden bei diesem Turnier bewusst nicht verteilt), so dass David seine Führung jeweils ungefährdet über die Zeit brachte und damit den Sieg holte. Zu anderen Techniken außer O-soto-gari hat David noch nicht das richtige Vertrauen. Wenn das noch kommt, ist er viel schwerer auszurechnen. Gerne hätte er noch gegen weitere Gegner gekämpft, was ihm aber verwehrt blieb.

Oli-Freundschaftsturnier am 9. Juni 2018 in Bad Säckingen

U10:

2. Platz:   Vincenzo Caruso (-46)

3. Plätze: Hanna Goebel (-22);  Leandro Caruso (-26)

               

U12:

1. Platz:  David Awender (-34)

3. Platz:  Julian Dick (-31)