Warum in die Ferne schweifen?

Unsere Judo-Safari fand in diesem Jahr in Kleinkems statt

 

Zurück zu den Wurzeln – so lautete in diesem Jahr die Devise im Vorfeld der Judo-Safari. Nach tollen Events in Nunningen und Balsthal (beides Orte im Kanton Solothurn in der Schweiz), wo dem JC Efringen-Kirchen in den vergangenen Jahren jeweils ein Judo-Dojo zur Verfügung stand, blieb man in diesem Jahr in heimischen Gefilden. Und das kam an: Nach rückläufigen Teilnehmerzahlen – wohl auch, weil die jungen Judoka das Wochenende doch recht weit von Zuhause entfernt verbringen mussten – waren nun fast alle im entsprechenden Alter dabei. 15 erwartungsfrohe Safari-Kinder machten sich am 7. Juli mit dem Fahrrad von der Halle in Efringen aus auf den Weg zum Festplatz in Kleinkems, wohin Werner und Sebastian Sturm das Gepäck der Teilnehmer fuhren. Und Hannes Krebs  transportierte im Firmen-Lkw Getränke, Garnituren und zwei Kühlschränke zum Ort des Geschehens, während Marc Hunzinger und Tina Fredrich die restlichen Einkäufe erledigten. So war alles vorbereitet, als die Radlerschar, angeführt vom Vorsitzenden Hubert Gerspacher und flankiert von Lena Riegert sowie Silvan Zachau, in Kleinkems eintraf. Am Tag zuvor hatten Gerspacher und Sportwart Herbert Frey gemeinsam mit dem Gesangverein Kleinkems den Platz vorbereitet, indem sie für einen Stromanschluss unter dem überdachten Tanzboden sowie für einen Toilettenwagen sorgten. Den Platz hatten sie bereits im Rahmen des Kleinkemser Dorffestes gemeinsam mit Ortsvorsteher Jörg Kratz begutachtet, der die frisch gemähte Wiese dem Verein kostenlos überließ. Bis ein Teil der Wiese in ein Zeltlager verwandelt war, dauerte es etwas, denn der Zeltaufbau gestaltete sich nicht in jedem Fall einfach. Dann aber stand alles und die Safari konnte beginnen! Die Jungen und Mädchen nahmen die Wiese sofort in Beschlag, probierten die mitgebrachten Spielgeräte aus und trafen sich nach einer kleinen Stärkung zum leichtathletischen Teil. Dazwischen holten Hubi, Hebbi und Marc die Matten in der Halle. Für die Kinder ging es in der Zwischenzeit auf einen kleinen Spaziergang: Dabei galt es, möglichst unterschiedliche Materialien einzusammeln, aus denen dann die japanischen Judozeichen gestaltet und auf ein Blatt aufgeklebt werden sollten. Da kam so Einiges zusammen: Von  Zweigen, über Gräser, Moos und Erde, bis zu Blüten, Federn, Schneckenhäuschen und Zigarettenkippen.

Vor dem Abendessen – es gab Stockbrot, Würstchen und Geflügelfleisch – sorgte Hubert Gerspacher für ein besonderes Highlight. Er hatte Haselruten besorgt, die er gekonnt zu Bogen formte. Mit diesen konnten die Kinder eigens bestellte Pfeile mit Saugnäpfen auf ein Zielgesicht abfeuern, das auf einer Blechplatte aufgemalt war – was für ein Spaß! Nach dem Grillen kehrte dann gegen Mitternacht Ruhe auf dem Festplatz ein. Am Morgen war dann das Aufklatschen der Pfeile auf der Metallplatte das Wecksignal. Denn einige konnten es nicht erwarten, ihren neuen Bogen, den sie behalten durften, noch vor dem Frühstück mit frischen Brötchen, die Julia Röder vorbeibrachte, wieder zur Hand zu nehmen. Und inzwischen waren fast alle recht versierte Pfeilbogenschützen. Nach dem Frühstück wurden dann die Vorlagen mit den aufgezeichneten japanischen Silben, Scheren, Flaschen mit Bastelleim und natürlich die Materialsäckchen hervorgeholt und es wurde kreativ gestaltet, bis jeder sein Bild fertiggestellt hatte. Julia bewertete die kleinen Kunstwerke – kein einfacher Job. Mit einer kleinen Judoeinheit stimmte Herbert Frey die Safarikinder dann auf die bevorstehende japanische Runde, das Abschlussturnier der Judosafari ein, zu dem auch die Eltern eintrafen, die die von Hubert Gerspacher geschiedsten Gefechte mit Spannung verfolgten. Dabei gab es einige tolle und spektakuläre Würfe zu sehen. Alla geben ihr Bestes, auch wenn nicht immer das gewünschte Ergebnis heraussprang.  Danach tauschten sich Eltern und Betreuer bei Kaffee und Kuchen aus, während Herbert Frey die Auswertung vornahm, um dann die tierischen Abzeichen gleich verteilen zu können, die strahlend in Empfang genommen wurden. Kurioser Weise gab es sehr viele rote Füchse. Im kommenden Jahr, das steht fest, wird es für die meisten eine Stufe höher gehen – wenn sie wieder dabei sind. Denn fast alle nahmen erstmals an der Judosafari teil und erhielten damit keine Bonuspunkte, die man ab der zweiten Safari bekommt. Am Ende stand für alle Verantwortlichen fest: Die Rückkehr zu einer wieder etwas urigeren, rustikaleren Safari hat sich auf jeden Fall gelohnt!