Drei auf dem Treppchen

Die Wettkampf-Saison bei der U12 hat begonnen

Bei der Hochrheinmeisterschaft U12 am 3. Februar 2019 in Grenzach-Wyhlen machten unsere fünf Starter deutlich, dass sie keine Wettkampfneulinge mehr sind, es war gegenüber den Auftritten im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung zu sehen und auch das Wettkampftraining am Donnerstag, das seit diesem Jahr auch für die Jüngeren stattfindet, trägt erste Früchte. Eine souveräne Vorstellung lieferte David Awender in der Klasse bis 34 Kilo ab, in der er es mit drei Konkurrenten zu tun hatte. Im ersten Kampf gegen einen Judoka von RW Lörrach startete David zunächst verhalten, um erst einmal in das Turnier hineinzufinden. Als er spürte, dass sein Gegner genauso abwartend kämpfte und keinerlei eigene Angriffe startete, wurde David offensiver und auch aggressiver. Das allerletzte Risiko ging er aber nicht ein, da sein Gegner nur darauf wartete, dass David in Rückenlage seinen O-Soto-Gari ansetzt, um gegenziehen zu können. Obwohl sein Gegner passiv blieb, verhielt er sich so geschickt, dass man ihm keine Strafe geben konnte. So kam es folgerichtig zum Kampfrichterentscheid, den David klar für sich entschied. Im zweiten Kampf gegen den Wutöschinger Liam Büche ließ David seinen Gegner dann überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Er kämpfte jetzt wesentlich aggressiver, arbeitete unablässig, brachte seinen Gegner immer wieder in Verlegenheit und nutzte schließlich eine Chance zum O-Soto-Gari, für den es Ippon gab. Damit stand dem Titelgewinn nur noch Jesse Peijpers, ebenfalls aus Wutöschingen, im Weg, den David mit einem tollen De-Ashi-Barai ausschaltete. Auch für diesen Fußfeger konnte es nur eine Wertung geben: Ippon.  Dem Kampfstil von David war deutlich die Schule seines Trainers und Fegerspezialisten Marc Hunzinger anzumerken. „Ich habe versucht, auch Eindrehtechniken anzusetzen, aber für Feger sind die Gegner günstiger gestanden“, analysierte David nach dem Turnier. Die mit 13 Teilnehmern mit Abstand am stärksten besetzte Gewichtsklasse war die Kategorie bis 31 Kilo. Mit 28,19 Kilo auf der Waage war der letztjährige Hochrheinmeister der U10, Julian Fister, der wohl Leichteste in dieser Kategorie. Auch gehört er dem jüngeren Jahrgang an. Dennoch ging er selbstbewusst auf die Matte und kämpfte sehr überlegt und kontrolliert. Im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen – dieses Talent besitzt Julian zweifellos, was nach einem Freilos in Runde eins Jonas Breunig aus Haltingen zu spüren bekam, der mit enormem Elan angriff, den Julian aber cool ins Leere laufen ließ. Nachdem er seinen Gegner mit O-Soto-Gari werfen konnte, schloss er sofort einen tollen Tai-otoshi an, für den es den zweiten Waza-ari gab. Damit stand Julian bereits im Halbfinale, wo er auf seinen Vereinskameraden Julian Dick traf. Es entwickelte sich ein spannendes Gefecht, in dem Julian Fister schließlich die Oberhand behielt. Ein überraschend links angesetzter Eindreher, für den es Waza-ari gab, hatte ihn auf die Siegerstraße gebracht. Damit stand Julian gleich in seinem ersten Turnier in der U12 im Finale gegen den Haltinger Janik Wildum, dem er unterlag. Beim Kampf um den Griff hatte sich Julian leider den Daumen verdreht – die kurze, durch den Scherzmoment verursachte Unaufmerksamkeit nutzte sein Gegner sofort für einen Wurf. Rang zwei war in dieser starken Gewichtsklasse dennoch ein tolles Ergebnis! Stark waren auch die Auftritte von Julian Dick, der die ganze Woche über krank im Bett gelegen hatte, der aber unbedingt kämpfen wollte. In der ersten Runde traf er auf den starken Quentin Köhler aus Haltingen, den Julian aber mit einem blitzschnellen Eindreher, für den es Waza-ari gab, werfen konnte. Toll war, dass Julian mit in den Boden ging und sogleich einen Mune-gatame ansetzen konnte, den er fast eine Minute lang halten musste, weil vom Kampfrichtertisch einfach kein Gong ertönen wollte. In Runde zwei gegen Felix Weiß, einen mit enormem Biss zu Werke gehenden Kämpfer aus Bad Säckingen, arbeitete sich Julian hervorragend in den Kampf hinein, schaffte aber keine zählbare Wertung. Hier wurden noch Defizite beim Umdrehen des Gegners aus der Bauchlage deutlich. Ein toller Ippon-Wurf Julians  wurde leider nicht gewertet, weil er außerhalb der Wettkampffläche angesetzt war. Damit war aber klar, dass der anschließende Kampfrichterentscheid nur für Julian ausgehen konnte, was dann auch zutraf. Damit kam es zum „Halbfinale der Julians“, das Julian Dick gegen Vereinskamerad Julian Fister mit Waza-ari verlor. Etwas unglücklich verlief dann der Kampf um Platz drei gegen Moritz Morath aus Wutöschingen, mit dessen konsequent links ausgeführten Wurfansätzen Julian zunächst nicht zurecht kam. Er konnte aber Wertungen vermeiden und widerstand im Boden dann auch den Umdrehversuchen seines Gegners. Mit längerer Dauer des Kampfes konnte sich Julian auf die Linksauslage seines Gegners zwar besser einstellen, dieser blieb aber aktiv und sicherte sich ganz knapp den Sieg durch Kampfrichterentscheid. Somit blieb Julian, der alles versucht und am Ende selbst auf die Linksauslage umgeschaltet hatte, der gurte fünfte Rang. In derselben Gewichtsklasse bis 31 Kilo trat auch Alexander Guschin an, der gleich zu Beginn dem späteren Sieger Janik Wildum aus Haltingen in einen Seoi-otoshi hineinlief, für den sein Gegner Waza-ari erhielt. Das reichte dem Haltinger, dem gegen Alex dann keine zählbare Technik mehr gelang, zum Sieg. Leider bot sich im Trostrundenkampf gegen Quentin Köhler aus Haltingen ein ähnliches Bild: Alex geriet sehr schnell mit Waza-ari in Rückstand, den er nicht mehr aufholen konnte. Mehrfach schaffte er mit großer Energie die Befreiung aus einem Haltegriff, auch die Beinklammer setzte er stark ein. Letztlich brachte sein Gegner aber einen Haltegriff durch und holte den zweiten Waza-ari. Alexander hat aber alles gegeben, wobei aber auch deutlich wurde, dass er den Auftakt eines Kampfes aggressiver gestalten muss. Genauso wie Julian Fister hatte auch Vincenzo CarusoPech an der Waage: Mit 50,1 Kilo scheiterte er denkbar knapp am Limit von 50 Kilo und musste somit in der offenen Klasse antreten. Das tat er jedoch sehr gut. Seinen ersten Gegner, Marc Brammann aus Haltingen, der deutlich größer und schwerer war, überraschte Vincenzo mit einem O-goshi, den er bis in die Bodenlage durchzog. Sofort ging Vincenzo in einen Haltegriff über, mit dem er den zweiten Waza-ari (den ersten Gab es für den Wurf) holte. Sein zweiter und letzter Gegner  Konstantin Roor aus Haltingen war ein schwerer Brocken, von dem sich Vincenzo dennoch nicht entmutigen ließ. Er versuchte, seinen Gegner in Bewegung zu bringen, konnte dann aber selbst einem Wurfansatz nicht mehr entrinnen. Auch hier war es eine Linkstechnik, die ihn überraschte. Mit Ippon musste Vincenzo auf die Matte, der damit Rang zwei holte. Leider verletzte er sich am Mattenrand und nahm einen erheblich angeschwollenen großen Zeh als „Andenken“ mit nach Hause. Es bleibt zu hoffen, dass diese Verletzung bis in zwei Wochen, wenn die Südbadischen anstehen, wieder ausgestanden ist. So, wie unsere Judokas bei der Hochrheinmeisterschaft auftraten, müssen sie sich auch auf der nächsthöheren Wettkampfebene nicht verstecken. Zu überlegen bleibt noch, ob Julian Fister und Vincenzo Caruso versuchen, die nächstniedrigere Gewichtsklasse zu erreichen, um dann zu hoffen, dass in diesen bei der Südbadischen ein Startplatz frei ist.

Hochrhein-Einzelmeisterschaft U12 am 3. Februar in Grenzach-Wyhlen:

1. Platz:    David Awender (-34)

2. Plätze:  Julian Fister (-31)

                 Vincenzo Caruso (+50)

5. Platz:    Julian Dick (-31)

7. Platz:    Alexander Guschin