Alle auf dem Treppchen!

Starker Wettkampf-Samstag

Enorme Fortschritte machen unsere U10-Judoka auf den Wettkampfmatten. Bestes Beispiel war am Samstag, 9. Februar 2019, das Haltinger Freundschaftsturnier, das mit 91 Startern aus dem Kreis Hochrhein, aber auch aus der Schweiz, richtig gut besetzt war. Unsere vier Starter mischten dabei in ihren Gewichtsklassen vorne mit und wirbelten selbstbewusst über die Matte. Am Ende standen alle auf dem Treppchen. Und völlig überraschend schafften wir es, mit nur vier Startern Rang zwei in der Vereinswertung zu holen, in die fünf Starter pro Verein eingingen. Offensichtlich sind in diese Wertung nicht nur die Endplatzierungen eingeflossen, sondern es ist jeder einzelne Kampf gezählt worden – anders ist dieser zweite Platz nicht zu erklären.  

Bei den Mädchen machte Hanna Goebel in der untersten Klasse bis 24 Kilo ihr Untergewicht durch enormen Einsatz wett. Sie griff nicht mehr, wie bei ihren ersten Turnierauftritten im vergangenen Jahr, unbekümmert und riskant an, sondern „bearbeitete“ ihre Gegnerinnen zuerst, bevor sie ihre Eindreher ansetzte. Ein ums andere Mal konnte sie ihre Gegnerinnen dadurch zu Fall bringen. Sie ging toll vom Stand mit in den Boden und schaffte so auch Haltegriffe gleich im Anschluss an ihre Würfe. Zwei Begegnungen konnte Hanna so mit 20:0 (gekämpft wurde nach dem Aufaddiersystem, das für einen vorzeitigen Sieg zwei Ippons verlangt) klar für sich entscheiden, zwei Kämpfe verlor sie knapp mit 15:20 und 0:10.  Am Ende sprang für Hanna nach einer überzeugenden Leistung Rang drei heraus. Sie war vom Kämpfen so begeistert, dass sie nach Turnierende noch eine Partnerin für einen Freundschaftskampf suchte, die sie dann auch fand. Ayleen Beckmann hatte als Einige nur eine Gegnerin in der Kategorie bis 34 Kilo, gegen die sie beherzt angriff. Da die Kampfrichter wegen des Freundschaftscharakters des Turniers keine Strafen verhängten, wurde das Sperren ihrer Gegnerin zwar ermahnt, aber nicht mit Strafen geahndet. So konnte Ayleen in zwei Kämpfen nur zwei Unentschieden erzielen, wobei sie die deutlich Aktivere war. Der Entscheidungskampf ging dann leider knapp verloren. Eine Unachtsamkeit brachte Ayleen in die Bodenlage und in einen Festhalter. Damit erzielte sie  dennoch Rang zwei.

Nur ganz knapp verpasste Leandro Caruso das Limit von 26 Kilo, was ihn nicht daran hinderte, in der Klasse bis 28 Kilo, wo er es mit zehn Gegnern zu tun hatte, richtig Vollgas zu geben. Das Zwischenergebnis konnte sich sehen lassen: Nach zwei schnellen, überzeugenden Siegen mit 20:0 stand er im Halbfinale, wo er es mit einem Bad Säckinger Judoka zu tun bekam, der ihn voll forderte.  Nachdem er mit 5:15 in Rückstand geriet, schaffte Leandro praktisch mit dem Schlussgong mit einem spektakulären Eindreher, für den es Ippon (also zehn Punkte) gab, den Ausgleich. Weil es hier kein Unentschieden geben konnte, kam es zum Golden Score, den Leandro, der nun volles Risiko ging, verlor. Sein Gegner konnte ihn mit einer überraschend links angesetzten Technik überraschen. Weil es seitens des Kampfrichtertisches plötzlich hieß, dass es sich bei diesem Kampf bereits um das Finale gehandelt habe, ging Leandro davon aus, dass er damit Zweiter war. Erst viel später wurde dies korrigiert und er wurde für das kleine Finale um Rang drei aufgerufen. Leandro blieb konzentriert und drehte nochmal voll auf. Schnell schaffte er mit O-soto-otoschi einen Ippon, den er dann versuchte, über die Zeit zu bringen. Das klappte auch, denn seinem Gegner gelang nur noch ein Waza-ari, so dass Leandro knapp, aber verdient mit 10:5 Rang drei holte. Einen absoluten „Sahnetag“ erwischte Bastian Ernst in der Klasse bis 34 Kilo. Er hielt die vorgegebene Marschroute, von der ersten Sekunde an zu arbeiten, aber trotzdem nur dann anzugreifen, wenn der Gegner optimal steht, voll ein. Gleich mit dem ersten Kampf verschaffte sich Bastian Respekt: Sein Gegner wusste überhaupt nicht, wie ihm geschah. Bevor er richtig dagegen halten konnte, war der Kampf bereits zugunsten von Bastian entschieden, dem zwei tolle O-soto-garis gelangen. In diesem Stil ging es weiter, wobei Bastian nicht nur mit Fußfegern, sondern auch mit Tai-otoshis glänzte. Auch wenn es nicht für jeden Wurf Ippon gab – Bastian behielt auch am Boden stets die Oberhand und gewann so letztendlich vier Kämpfe vorzeitig mit dem Maximum von 20:0 Punkten! Den fünften Kampf gewann er „nur“ mit 10:0 – dies aber deshalb, weil sein Gegner nach dem ersten Ipponwurf von Bastian so geschockt war, dass er nicht mehr weiterkämpfte und aufgab. Damit holte Bastian, dem es erstmals gelang, seine enorme Energie konzentriert und fokussiert einzusetzen, mit fünf Siegen, bei denen er nicht eine Wertung gegen sich hinnehmen musste, überlegen die Konkurrenz in der Klasse bis 34 Kilo. Das nötigte auch den Betreuern der Gegner Respekt ab, die seine Leistung mit Beifall anerkannten.

Trotz der starken Auftritte wurden auch noch Defizite deutlich, bei denen im Training angesetzt werden kann, etwa bei Umdrehern am Boden oder bei Linkstechniken.

Haltinger Freundschaftsturnier U10 am 9.2.:

1. Platz: Bastian Ernst (-34)

2. Platz: Ayleen Beckmann (-34)

3. Platz: Hanna Goebel (-24)

3. Platz: Leandro Caruso (-28)

2. Platz Vereinswertung