Langes Warten in Baar lohnt sich

3 Medaillen bei internationalem Turnier

 

Beim internationalen Turnier am 2. Juni 2019 in Baar maßen sich unsere Teilnehmer mit starken Gegnern. In der U18 waren zwar gute Judoka am Start, das Feld war zahlenmäßig aber sehr überschaubar. Bei den Mädchen kamen drei Gewichtsklassen (bis 44, bis 48 und sogar bis 57 Kilo) gar nicht zustande, will sich keine Starterin gemeldet hatte! Ohne die großen Gruppen aus Ungarn und der Lombardei wäre das Turnier in der U18 kaum durchführbar gewesen. Bei den Jungs wagte Marinus Bauer als jüngster Jahrgang der U18 den Schritt ins Wettkampfjudo. Auch die Tatsache, dass er das angestrebte Limit von 55 Kilo um 400 Gramm verfehlte und damit in der 60 Kilo-Klasse starten musste, konnte seinen Tatendrang nicht schmälern. Die deutlich erfahreneren Gegner Gian Luca Renggli aus Luzern und Fabian Schumacher aus Wetzikon setzten sich letztendlich aber gegen Marinus durch, der wichtige Erfahrungen sammeln und die Erkenntnis mit nach Hause nehmen konnte, dass es an der Kumi kate (Griffkamp) sowie am Erkennen von Situationen noch zu arbeiten gilt. Das hat sich Marinus, der Rang fünf belegte, auch fest vorgenommen: Er will nun auch donnerstags regelmäßig das Wettkampftraining wahrnehmen. An Erfahrung mangelte es Jana Scharfenstein nicht, die in der Klasse über 78 Kilo mit Matilda Sbalchiero aus der Lombardei nur eine Gegnerin hatte. Die Schwarzgurtträgerin aus Italien entpuppte sich aber gleichfalls als gewiefte und erfahrene Wettkämpferin, die Jana mit starken Griffen in den Nacken das Leben schwer machte.  Jana zeigte zwar gute Ansätze, jedoch schaffte sie es nicht, ihren Soto-maki-komi so durchzuziehen, dass eine Wertung heraussprang So gewann die Italienerin die zwei Kämpfe schließlich, wobei sie vor allem mit Fußtechniken zum Erfolg kam. Mit Rang zwei blieb Jana an diesem Tag etwas unter ihren Möglichkeiten. Danach begann das große Warten für unsere drei Starter in der U11, die sehr früh schon in der Halle waren, wo teilweise Leerlauf herrschte, weil z.B. die Kämpfe der U15 bereits vorbei waren, bevor das Wiegen der U13 begonnen hatte. Mit fünf Wettkampfflächen hatten die Gastgeber deutlich zu viele Matten aufgebaut. In der U11 war dann die Teilnahme so, wie man sie für solch ein Turnier erwartet: In allen Kategorien gab es genügend Starter. Dies auch deshalb, weil Mädchen und Jungs gemeinsam in gemischten Klassen starteten. Unser Leichtester Leandro Caruso hatte es in der Klasse bis 28 Kilo mit elf Konkurrenten zu tun. Er gewann den ersten Kampf spektakulär mit zwei Würfen, für die es einmal Waza-ari und einmal Ippon gab. Während er das erste Mal mit O-goshi punktete, täuschte er beim zweiten Mal den Hüftwurf nur an und stieg zum O-soto-gari ein, den er voll durchzog. Damit ließ er seinem ungarischen Gegner Magor Stefanek (Ute Budapest) keine Chance. Der zweite Kampf ging dann unglücklich verloren. Es wurde ohne Kumi-kata gekämpft, was bedeutete, dass erst mit dem Revers-Ärmel-Griff gefasst werden musste, bevor das Kommando Hajime erfolgte. Aus diesem Griff ließ sich sein zweiter Gegner David Strauss (JC Uster) sofort auf die Knie zum Drop-Seoinage fallen und rollte dann mit Leandro einfach nach vorne. Für diese „Technik“, die bei uns erst von der U18 an erlaubt ist, gab es Ippon. In der Trostrunde gewann Leandro dann einen weiteren Kampf und stand so im kleinen Finale gegen die Ungarin Yara Tamule, die bis dahin enorm bissig und aggressiv aufgetreten war. Leandro ließ ich davon aber nicht beeindrucken und griff sofort nach dem Hajime-Kommando mit O-soto-gari an. Damit überraschte er seine Gegnerin, die voll auf den Rücken fiel, womit Leandro nach nur wenigen Sekunden Bronze gewonnen hatte. Nur um 300 Gramm verfehlte Bastian Ernst das Limit von 33 Kilo, so dass er sich mit den Konkurrenten der 36 Kilo-Kategorie messen musste. Leider ließ auch er sich aus dem ungewohnten Griffanfang überraschen, den sein erster Gegner Bence Pinke (Budapest) zum Morote-seoinage nutzte. Damit war der Kampf vorbei, ehe er richtig begonnen hatte. Überraschend war dann, dass Bastian in der Trostrunde überhaupt nicht mehr aufgerufen wurde und dann plötzlich um Rang drei kämpfen sollte. Zu erklären war dies nur damit, dass offenbar ein Trostrundengegner verletzungsbedingt nicht antrat. Die Chance, Bronze zu holen, nutzte Bastian dann auf beeindruckende Weise: Den Orangegurt Enrico Haas aus Regensdorf beherrschte er, indem er ihn von Beginn an energisch „bearbeitete“. Die Marschroute, sich den Gegner so zurechtzustellen, wie er das für seine Spezialtechnik Tai-otoshi benötigt, beherzigte Bastian. Die ersten Ansätze schlugen zwar noch fehl, kurz vor Kampfende gelang ihm dann aber ein fast lehrbuchmäßiger Tai-otoshi aus der Kreisbewegung, für den es jedoch nur Waza-ari gab. Die Führung ließ sich Bastian dann nicht mehr nehmen und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Unglücklich verlor Vincenzo Caruso in der Klasse über 40 Kilo, in der sechs Starter antraten, den Auftaktkampf gegen Marton Harvarth aus Ungarn. Nach starkem Beginn landete Vincenzo bei einer misslungenen Attacke seines Gegners auf dem Kopf, so dass er kurz die Orientierung verlor, was sein Gegner nutze, um weiter zu einem Haltegriff zu drehen und zu gewinnen. Auch Vincenzo landete trotz der Niederlage gleich im Bronzekampf, in dem ihm der deutlich schwerere Andrin Largader aus Regensdorf gegenüberstand. Vincenzo ging beherzt zur Sache, bewegte seinen Gegner über die Matte, verpasste aber die entscheidende Technik. Auch im Bodenkampf hatte er immer wieder die Möglichkeit zum Haltegriff. Zweimal schaffte es sein Gegner, nach nur wenigen Sekunden aus dem Haltegriff von Vincenzo wieder zu entkommen. Leider ließen die Kräfte Vincenzos am Ende etwas nach, so dass er im Bodenkampf in die Unterlage geriet. Das Gewicht seines Gegners lastete dabei so schwer auf ihm, dass eine Befreiung nicht möglich war. Nach starken Auftritten sprang Rang fünf für Vincenzo heraus.

Internationales Winner Turnier am 2.6.2019 in Baar:

U18

Jana Scharfenstein (+63):  2. Platz

Marinus Bauer (-60):         5. Platz

U11:

Leandro Caruso (-28):       3. Platz

Bastian Ernst (-36):           3. Platz

Vincenzo Caruso (+40):     5. Platz