So toll kann Judo sein!

Gut 220 Jungen und Mädchen erreichte unser Verein im Rahmen von zwei Sporttagen, die für die Trainer zwar sehr schweißtreibend waren, die aber auch das positive Gefühl hinterließen, den Mattensport attraktiv vermittelt zu haben. Denn die Reaktionen sowohl seitens der Schulen, als auch seitens der Kinder und Jugendlichen waren durchweg positiv.

Zunächst bauten Hannes Krebs und Herbert Frey am 16. Juli Matten, die die Kanderner Ringer zur Verfügung stellten, in der Turnhalle der Grundschule Tannenkirch auf. Jeweils eineinhalb Stunden hatten die beiden erfahrenen Schwarzgurte und Trainer Zeit, um hintereinander zwei Gruppen (eine jüngere und eine mit Kindern der dritten und vierten Klassen) in die Geheimnisse des Mattensportes einzuführen. Und die Zeit verging wie im Fluge, denn die spielerischen Aufwärmübungen, das schrittweise Lernen von Falltechniken sowie erste Grundformen von Würfen und Haltegriffen nahmen die insgesamt 20 Kinder dankbar an. Eifrig und mit Freude wurde geübt, und richtig stolz waren die kleinen Teilnehmer, wenn sie am Ende tatsächlich Eindrehen, Ausheben und Ablegen konnten. Denn zu Beginn, als ihnen die beiden Trainer einige rasante Techniken vorführten, waren das Staunen und der Respekt noch groß gewesen. Und schon ganz beachtlich war das Geschick, das einige der Grundschüler beim „Sumo-Wettkampf“ an den Tag legten, bei dem es galt, den Partner durch cleveren Gleichgewichtsbruch aus dem Gürtelkreis zu befördern. Entsprechend begierig waren die Jungs am Ende, die bereitliegenden Flyer, die Heftchen mit den Judowerten und vor allem eines der Judo-Magazine mitzunehmen. Auch die begleitenden Lehrerinnen sowie einige Mütter, die das Geschehen am Rande beobachteten, waren angetan von der Art der beiden Trainer, die es verstanden, die Neugier der Kinder stets hoch zu halten. So ist zu hoffen, dass der eine oder andere durch diesen Sporttag angeregt wird, den mitgegebenen Gutschein für ein Schnuppertraining im Club einzulösen. Geht es nach Schulleiterin Petra Brombacher-Vollmer, könnten die Efringen-Kirchener Judoka auch während des Schuljahres gerne kleine Einheiten anbieten. Dann würde man jedenfalls auch Mädchen erreichen, die sich beim Bewegungstag in Tannenkirch, für den sieben Sportarten zur Auswahl standen, ausnahmslos für Tanzen und Reiten entschieden hatten. Sehr angenehm war auch das kollegiale Verhältnis der Vereinstrainer untereinander, das keinen Raum für kleinliches Konkurrenzdenken ließ. So stellte Peter Wohlschlegel von den Kanderner Ringern, der gleich nebenan trainierte, bereitwillig die Matten zur Verfügung. Locker tauschte man sich am Ende über den gelungenen Sporttag aus.

Sehr viel größer und strukturell anders war der Sport- und Bewegungstag am 22. Juli im Schulzentrum Efringen-Kirchen angelegt, an dem unter der Regie der Badischen Sportjugend alle 450 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Auch sämtliche Lehrer waren eigespannt, um alle Klassen durch die neun Stationen von Vereinen sowie durch die Angebote der Sportjugend zu lotsen. Mehrzweckhalle, Schulhof und Stadion wurden flächendeckend bespielt. Der Judo-Club war im Foyer der Halle positioniert, wo hintereinander acht Klassen vorbeischauten. Die Altersspanne reichte von der ersten bis zur neunten Klasse, zur Verfügung standen nur jeweils 25 Minuten. Da galt es für unseren Cheftrainer Dennis Traut, der von Tina Hauert, Mathilde Köstler, Herbert Frey und Schülermentor Peter Mau unterstützt würde, gleich zur Sache zu kommen. Angepasst an das Alter der Gruppen, widmete man sich O-soto-otoshi, der für die Kleineren zunächst aus dem Kniestand, kurz danach aber schon im Stehen geübt wurde. Verantwortung für den Partner zu übernehmen, indem man ihn durch Festhalten des Zugarmes beim Fallen sichert, war da ganz wichtig. Und natürlich wurde betont, dass die Nackenmuskeln beim Fallen stets angespannt sein sollten. Durch die intensive Betreuung der Paare klappte das Werfen, auch ohne zuvor Fallübungen gezeigt zu haben, in den meisten Fällen richtig gut. Die Gruppen hatten das Werfen meist so rasch drauf, dass Zeit blieb, um einen Haltegriff anzuschließen, um mit einer Schlagabwehr in die Technik einzusteigen oder um sie etwas rasanter durchzuziehen. Als Dennis und Tina den Übergang von O-soto-otoshi zu O-soto-gari demonstrierten und auch noch einen aus einer Bedrängnissituation heraus blitzschnell angesetzten O-goshi anschlossen, kam es zu respektvollen Ausrufen und ungläubigem Staunen, denn der gekonnte Aufprall auf der Matte mit vollem Abschlagen hallte im Foyer richtig nach. „Keine Angst, das klingt nur etwas heftig“, beruhigten Dennis und Tina die Jugendlichen, die sich dann mutig selbst daran machten, den Hüftwurf einfach mal auszuprobieren. Mit wenigen Ausnahmen war der Aufmerksamkeitsgrad bei allen Klassen hoch, wobei allerdings einige wenige der älteren Schülerinnen und Schüler das Angebot leider nicht annahmen. Hier wären die Lehrkräfte in der Pflicht gewesen, dafür zu sorgen, dass alle wenigstens den Versuch unternehmen, Judo auszuprobieren. Denn Sinn des Sporttages war natürlich nicht, nur am Rande zuzuschauen. Am Ende – nach sieben vorhergegangenen Stationen - war bei der letzten Klasse, die völlig ausgepowert ankam, die „Luft“ etwas draußen, weshalb man die abschließende Einheit, auch angesichts der inzwischen saunaartigen Temperaturen im Foyer, vorzeitig beendete. Die Schülerinnen und Schüler halfen aber bereitwillig mit, die Matten noch auf die Wagen zu stapeln. Dass dieser Aktivtag der Schule, den beteiligten Vereinen und natürlich den teilnehmenden Kindern und Teenagern viele neue Anregungen vermittelt hat, darin waren sich bei der Abschlussbesprechung alle Akteure einig. Noch während des Geschehens überzeugte sich davon auch unser Mitglied Jens Jakob, der in seiner Funktion als Präsident der Badischen Sportjugend vorbeigeschaut hatte. Auch das Schulzentrum Efringen-Kirchen sei stets offen für Sportvereine, die sich tagsüber in das Schulleben einbringen wollen, betonte Lehrer Christian Bahlinger. Ob über anregende Impulse hinaus bei dem einen oder anderen Schüler auch ein Interesse geweckt werden konnte, in das Vereinstraining hinein zu schnuppern, wird sich nach den Sommerferien zweigen. Daran, dass der Judo-Club Efringen-Kirchen „ein richtig geiler Verein“ ist, ließen Dennis Traut und sein Team jedenfalls keinen Zweifel. So nahmen auch in Efringen-Kirchen viele der Schüler Infomaterial mit nach Hause.