Toller Einstieg ins Turniergeschehen

 

Leandro Caruso, Hanna Goebel, Emma Fischer und Bastian Ernst freuen sich über ihre Urkunden (von links).

Da wachsen wieder einige vielversprechende Talente heran! Das war die erfreuliche Erkenntnis der Trainer Hubert Gerspacher und Herbert Frey nach der Kreiseinzelmeisterschaft der U10 am 21. September in Haltingen. Etliche Wettkampfneulinge traten erstmals außerhalb des Vereines bei einem Turnier an – und präsentierten sich allesamt sehr motiviert, energisch und offensiv. Alle wollten selbst agieren und sich nicht den Kampfstil des Gegners aufzwingen lassen. Ganz so, wie das am Donnerstag zuvor beim Wettkampftraining besprochen worden ist, das fast alle Starter wahrgenommen hatten. Bei den Mädchen waren es vier Starterinnen. Stark war dabei der Auftritt von Hanna Goebel in der Gruppe bis 22 Kilo. Die Judosafari, bei der sie im Judoteil mit fünf Siegen am Stück geglänzt hatte, hat ihr enormen Auftrieb gegeben, so dass sie selbstbewusst auf die Matte ging und ihren beiden Gegnerinnen keine Chance ließ. Beide Kämpfe gewann sie vorzeitig mit 20:0, in insgesamt nur etwa zwei Minuten Kampfzeit erzielte sie vier Ippons – meist mit O-soto-gari oder O-goshi. Kein Wunder, dass sie danach noch Gegnerinnen für Freundschaftskämpfe suchte. Erstmals mit dabei war Emily Bauer in der Gruppe bis 26 Kilo. Unermüdlich setzte sie gegen ihre meist erfahreneren Gegnerinnen O-goshis, aber auch Fußfeger an, die auch zu Wertungen führten. Leider aber gab es nicht für jede Technik eine Wertung, was nicht immer nachzuvollziehen war. Am Ende durfte sie die Urkunden für den dritten Rang entgegennehmen. Auch Emma Fischer zeigte in der Kategorie bis 30 Kilo keinerlei Respekt vor den ebenfalls meist höher graduierten Gegnerinnen. Sie zeigte tolle Ansätze – zog die Würfe dann aber nicht konsequent genug durch und stieg aus den Ansätzen oft wieder aus. Mit etwas mehr Erfahrung wäre auch bei ihr noch mehr als Rang drei drin gewesen. Positiv gilt es auch bei ihr zu vermerken, dass sie vom Kämpfen nicht genug bekommen konnte und ebenfalls noch Freundschaftskämpfe bestritt. Vierte im Bunde bei den Mädchen war Ayleen Beckmann, die in der Gruppe bis 33 Kilo nur eine Gegnerin hatte, gegen die sie zweimal antreten musste. Sie verlor zwar beide Kämpfe, erarbeitete sich aber ebenfalls Chancen, um die Kämpfer zu ihren Gunsten zu entscheiden. Letztendlich war die Gegnerin aus Wutöschingen an diesem Tag aber einfach etwas stärker. Die Aggressivität, die Ayleen teilweise in den Randoris im Training zeigt, kann sie leider noch nicht ganz auf den Wettkampf übertragen.

Bei den Jungen hatten wir zwei schon etwas erfahrene Wettkämpfer am Start: Leandro Caruso wirbelte wie gewohnt durch seine Gruppe (bis 28 Kilo) und gewann die ersten beiden Begegnungen mit jeweils 20:0. Der dritte, starke Gegner aus Haltingen war zunächst ebenfalls kein Problem, mit Ippon und einem Waza-ari legte Leandro ihn auf die Matte und ging so 15:0 in Führung. Kurz vor Schluss musste Leandro aber selbst einen Wurf gegen sich hinnehmen. Dafür gaben die Haltinger Kampfrichter Ippon, ließen – was nicht regelkonform war – nach dem Ippon im Stand am Boden aber weiterlaufen, so dass der Haltinger mit einem Haltegriff den zweiten Ippon holen und noch mit 20:15 gewinnen konnten. Leider wurde uns der Fehler, den die Kampfrichter begangen hatten, erst später bewusst, so dass ein Protest keine Aussicht mehr auf Erfolg hatte. Seine Marschroute behielt auch Bastian Ernst bei: er ließ seine Gegner in der Gruppe bis 35 Kilo kaum zu Atem kommen und bearbeitete sie mit ständigen Taio-toshi-Ansätzen, die auch des Öfteren Erfolgreich waren. So landete auch Bastian zwei Siege, bevor er ebenfalls auf einen Gegner aus Haltingen traf. Dieser war körperlich stark, konnte gegen Bastian, der ständig angriff, eine Wertung aber vermeiden. So kam es nach 0:0 zum Kampfrichterentscheid, der etwas überraschend für den Haltinger gewertet wurde. Auch hier wäre ein Sieg für den über weite Strecken den Kampf dominierenden Bastian folgerichtig gewesen – so war es ein starker zweiter Platz. Einen starken Einstand hatte Jonathan Maise (bis 21 Kilo), der bewies, dass er ein Bewegungstalent ist. Geschickt ließ er die Ansätze seines Gegners immer wieder ins Leere laufen und spürte, wann sein Gegner einen unsicheren Stand hatte. Das nütze er aus, um ihn nach unten in den Kniestand zu zwingen und dann blitzschnell zum Haltegriff weiterzudrehen. Zweimal gelang dies, so dass Jonathan den ersten Kampf mit 20:0 gewann. Er hatte zwar keinen Wurf gezeigt, dennoch war das toll gemacht – und die Haltegriffe am Boden saßen. Jonathan hatte nur noch einen weiteren Gegner, dem er unterlag, weil er etwas zu forsch und damit in Rückenlage angegriffen hatte. Aber mit Rang zwei qualifizierte er sich für die Südbadischen. Mit durchweg Höhergraduierten hatte es Benjamin Lankes zu tun, der ebenfalls Gespür für die Situation zeigte und ein ums andere Mal seine Gegner in Verlegenheit brachte. Beim Versuch, in Bauchlage verteidigende Gegner umzudrehen, fehlte es aber noch an Effektivität. Auch Benjamin konnte neben Rang drei in der Gruppe bis 25 Kilo, die Erkenntnis mitnehmen, dass er auch gegen erfahrenere Gegner problemlos mithalten kann. Richtig starke Gegner hatte auch Maximilian Fister zugeteilt bekommen, der ebenfalls am Boden Chancen hatte, die ersten beiden Begegnungen zu entscheiden. Seine Seoi-nage-Ansätze überdrehte er jedoch etwas, so dass die Gegner dies ausnutzen und ihn umdrücken konnten, um mit Haltegriff zu gewinnen. Dennoch ermutigte Hebbi ihn dazu, auch im dritten Kampf beim Seoi-nage zu bleiben, der im Training schon recht gut klappt. Und diesmal hatte Maxi Erfolg: Kurz vor Schluss holte er seinen Gegner mit einem spektakulären Schulterwurf von den Beinen, für den es Ippon gab. Damit hatte Maxi den Kampf gewonnen und Rang drei in seiner Gruppe bis 33 Kilo geholt. Elias Bauer und Aaron Büchelin trafen gleich im ersten Kampf der Gruppe bis 24 Kilo aufeinander und schenkten sich dabei nichts. Beide konnten mit O-soto-otoshi einen Ippon erzielen, bevor Elias auch noch ein O-goshi gelang, für den es Waza-ari gab. Damit hatte er knapp mit 15:10 gewonnen. Elias verlor zwar seine beiden folgenden Kämpfe, allerdings nur jeweils sehr knapp, so dass es mit der besseren Unterbewertung für Rang zwei reichte. Auch Aaron konnte einen Kampf mit Kampfrichterentscheid gewinnen und landete am Ende auf Rang drei.

Hochrhein-Einzelmeisterschaft U10 am 21. September 2019 in Haltingen:

  1. Platz:   Hanna Goebel (bis 22)
  2. Plätze:  Ayleen Beckmann (bis 33), Jonathan Maise (bis 22), Elias Bauer (bis 24), Leandro Caruso (bis 28), Bastian Ernst (bis 35)    
  3. Plätze:  Emily Bauer (bis 26), Emma Fischer (bis 30), Aaron Büchelin (bis 24), Benjamin Lankes (bis 25), Maximilian Fister (bis 33)