Starke Efringen-Kirchener Auftritte bei der Deutschen Meisterschaft

 

Fest in der Hand der Rebland-Judokas war die Deutsche Meisterschaft der Damen und Herren am 25. und 26. Januar 2020 in der Scharr-Arena in Stuttgart zwar (noch) nicht, aber unser Verein war auf beinahe jeder Ebene mit von der Partie. Allen voran natürlich unser sportliches Aushängeschild Jana Scharfenstein. Als 2002 Geborene gehörte sie dem jüngsten Jahrgang an, der berechtigt ist, bei den Erwachsenen mitzukämpfen – und gleich im ersten Jahr schaffte sie in der Klasse über 78 Kilo die Qualifikation für die höchste nationale Wettkampfstufe. Allein das ist schon bemerkenswert. Damit gab sich Jana, die gemeinsam mit Trainerin Tina Hauert schon am Freitag zum Wiegen anreiste, aber nicht zufrieden. Sie wollte auch eine starke Leistung abliefern, was ihr auch gelang. In der ersten Begegnung passte sie jedoch nicht auf und reagierte auf einen Eindreher zu spät. Sie wurde sie von ihrer Gegnerin umgehend bestraft und mit einem gerollten Seoi-nage Ippon geworfen. In der Trostrunde traf Jana erneut auf eine deutlich schwerere Gegnerin, gegen die sie von Beginn an voll dagegenhielt. Mehrfach ließ Jana Ansätze ihrer Gegnerin ins Leere laufen und setzte dann ihrerseits blitzschnell Eindreher oder Fußfeger an. Damit brachte sie ihre Gegnerin arg in Bedrängnis und auch zu Boden. Diese schaffte es aber stets im letzten Augenblick, sich noch auf den Bauch zu drehen. „Da wären auch Wertungen möglich gewesen“, bilanzierte Tina nach dem Kampf. Nach einer unübersichtlichen Situation konnte ihrer Gegnerin Jana schließlich beim Übergang vom Stand in den Boden umdrücken, was als Waza-ari gewertet wurde. Mit einer tollen Energieleistung schaffte es Jana nach acht Sekunden, sich aus dem Haltegriff, den ihre Gegnerin angeschlossen hatte, zu befreien – zwei Sekunden länger und der Kampf wäre durch den zweiten Waza-ari entschieden gewesen. So hielt sich Jana weiter im Rennen, doch die deutlich schwerere Gegnerin in Bewegung zu bringen, war nicht ganz einfach. Jana musste das Risiko erhöhen und tat dies auch, indem sie offensiver wurde und mit Eindrehern zum Erfolg zu kommen versuchte. Einen dieser Ansätze nutzte ihre Gegnerin für einen Tani-Otoshi, der den Kampf beendete. Damit stand für Jana am Ende der neunte Rang zu Buche. „Sie hat alles versucht  und eine starke Leistung gezeigt. Sie ist noch jung und wird noch viele Chancen haben, sich bei den Erwachsenen zu behaupten“, war Tina zufrieden mit dem Auftritt ihres Schützlings.

Tina war nicht die einzige, die Jana am Mattenrand anfeuerte. Denn auch Leonie Karkoschka, Lena Riegert, Silvan Zachau und Wettkampftrainer Simon Meier unterstützten ihre Vereinskameradin hautnah. Ihre gelben T-Shirts machten deutlich, dass sie zum Stab der Helfer gehörten. Sie schlüpften unter anderem abwechselnd in das Kostüm des Maskottchens des Württembergischen Judo-Verbandes, das zugleich die Symbol- und Sympathiefigur der Deutschen Titelkämpfe war. Nicht so einfach war es, in dem stickigen Kostüm mit eingeschränkter Sicht für gute Laune bei Athleten und Publikum zu sorgen. Doch die vier meisterten ihre Aufgabe super und waren als Löwe Leo vor allem die Lieblinge der jungen Besucher. Alle vier übernachteten in Stuttgart, um am zweiten Tag erneut in die Rolle zu schlüpfen – am Sonntag wurden sie dabei von Jana unterstützt, die ebenfalls in Stuttgart geblieben war. Und Efringen-Kirchener Leos begegneten auch am zweiten Tag einem Athleten ihres Vereins. Denn David Awender hatte sich einen der begehrten Plätze in einem der Sichtungslehrgänge gesichert, die parallel zur DM angeboten wurden. Die Lektionen, in denen es um Wettkampfformen von O-uchi- und Ko-uchi-gari sowie um Übergänge vom Stand in den Boden ging, brachten ihm viele neue Impulse. Und in Randoris konnte er sich mit den Besten seiner Altersklasse in Baden-Württemberg messen. Er wurde von seinen Eltern und Tante Christina Steuerer begleitet. Alles in allem also eine Deutsche Meisterschaft, bei der unser Verein so richtig aktiv und präsent war!

Deutsche Meisterschaften der Damen und Herren in Stuttgart:

9. Platz: Jana Scharfenstein (+78)