Auf was es ankommt...

In einem 1982 geführten Interview wurde Nakayama Masatoshi, 10 Dan im Shotokan Karate, einmal gefragt, was er Kampfsporttreibenden gerne mit auf den Weg geben würde. Er antwortete:

Ich würde ihnen mitteilen, dass sie über die Worte von Anton Geesink, dem holländischen Judo-Weltmeister nachdenken sollten.

Geesink besiegte alle bedeutenden japanischen Wettkampfathleten im Judo und erschütterte dadurch die absoluten Grundmauern der Kampfkünste in Japan. Es war einfach unvorstellbar, dass ein junger Europäer so geschickt sein könnte und so eindeutig die japanischen Meister in ihrer eigenen Kunst besiegen könnte. Aber genau das machte er.

Ich erinnere mich, dass die Anführer des Judo in Japan und sogar einiger anderer Kampfkünste sich in gewaltiger Aufruhr befanden und ausgeklügelte und detaillierte Pläne entwarfen, um Geesinks "Geheimnisse" des Wettkampfs zu studieren. Am Ende arrangierten sie dann ein ausführliches Interview mit einem japanischen Journalisten und versuchten herauszufinden, welche Trainingsmethoden dieser Mann benutzt hatte, um die Japaner zu besiegen. Geesinks Antwort war die wichtigste Aussage, die ich während all meiner Jahre gehört habe, und ich werde sie niemals vergessen. Dies waren seine Worte:

Die Japaner trainieren Judo nur noch zum Zwecke des Wettkampfs. Sie haben sich außerordentlich viel Mühe gegeben, erfolgreichen Wettkämpfer und großartige Champions heranzuzüchten. Ich andererseits habe noch nie in meinem Leben des Wettkampfes wegen trainiert. Das einzige, was ich immer getan habe, war Judo als eine Lebenseinstellung zu trainieren, genauso wie Dr. Kano es lehrte. Während die Japaner sich Wettkampfstrategien ausdachten, habe ich im Dojo Grundtechniken und Kata trainiert. Ich habe die Japaner besiegt, weil ich Judo besser kenne als die Japaner. Das Geheimnis ist, dass man Tag für Tag die Grundlagen trainieren muss. Dies wird einen unschlagbar machen.

(Anton Geesink, 10 Dan Judo,
Weltmeister 1961, 1964, 1965,
Olympiasieger 1964 als erster Nicht-Japaner,
ehemaliger IJF Educational Director,
Mitglied im IOC)